Mittwoch, 20. April 2011

Damit der Satz „einen hoffentlich baldigen Frühlingsanfang“ meines letzten Blogeintrags nicht so unerfüllt im Raum steht, habe ich gewartet bis ich nun endlich schreiben kann: „Hurra, hurra - der Lenz ist da! Im Nachzügler Schweden – das freut wirklich jeden!“

Und ich kann euch sagen: ich hätte nie gedacht, dass ein paar Sonnenstrahlen und längere Tage so gut tun können!

Zwar halten wir mittlerweile mit frühlingshaften Temperaturen mit, jedoch zeigen sich die Blumen und Blätter an den Bäumen etwas zögerlich und alles ist noch sehr kahl. Dass es aber nicht mehr lange dauern kann, bis es auch hier grünt und sprießt, konnte ich letzte Woche während eines Ausflugs mit den Naturfreunden im Wald sehen. Und da diese Naturfreunde, bei denen Birgitta (Deutschlehrerin, in deren Unterricht ich mithelfe und die mich mitgenommen hat) Mitglied ist, bei jedem Wetter ihre Ausflüge machen, befand ich mich plötzlich mit sechs älteren Naturliebhabern bei strömendem Regen auf einer zweistündigen Wanderung wieder, bei der wir einen Berg erklommen, Vögeln lauschten und nach dem Gesang die Art bestimmten und bei jeder zweiten Blume stehen blieben, um sie zu bestaunen. Eins hab ich aber auf jeden Fall gelernt: wie Elchkot aussieht…

Bevor ich euch nun aber mit den Unterschieden zwischen Reh- und Elchausscheidungen langweile, sind erstmal meine zuletzt erlebten Abenteuer an der Reihe.

Anfang März war mein erneuter Besuch in Deutschland an der Reihe, diesmal jedoch ging es in die Landeshauptstadt zu einer Studienfahrt mit meiner Deutschklasse und Birgitta. Dort erwarteten mich nicht nur ein entspanntes Programm aus nächtlichem Alexanderplatz, sonnigem Spaziergang entlang der bemalten East Side Gallery, verwirrender Stadtrundfahrt (da der Guide jede zweite Sekunde von Englisch auf Deutsch wechselte), Theaterbesuch, Shoppingtouren und guten Gespräche mit Birgitta, sondern auch ein vertrauter Abend mit meiner Mama, an dem wir mit Speis und Trank den Zufall feierten, dass wir genau zur gleichen Zeit in Berlin waren.

Leider wurde der ganze Aufenthalt etwas durch meine akuten Knie- und Rückenbeschwerden überschattet, die das viele Laufen sehr beschwerlich machten. Man kann aber in fast jeder schlechten Sache auch etwas Gutes sehen, denn so lernte ich zumindest wie das schwedische Gesundheitssystem funktioniert. Nachdem ich nämlich zurück in Schweden die Hürde genommen hatte, der Krankenschwester am Telefon meine Beschwerden auf Schwedisch zu schildern, ihr klar zu machen, dass ich keine schwedische Personennummer hatte (die man hier von Kontoeröffnung, Bezahlung im Internet bis zu Arztbesuchen überall braucht) und sogar die Frage „Wie denkst du, kann der Arzt dir bei deinem Problem helfen?“ gemeistert hatte, bekam ich einen Termin im „Vårdcentral“ (einer Art Behandlungszentrum), wo mir dann ein freundlicher Arzt weiterhelfen konnte. Und da ich unter 20 bin, war das Ganze für mich sogar umsonst!


Natürlich hielt mich das nicht vom nächsten Städte-Wochenendtrip ab, der mich Mitte März mit Anna und Mareike in Estlands Hauptstadt Tallinn führte. Es begrüßten uns Sonnenschein und eine wunderschöne Altstadt, in der auch unser günstiges und an eine WG ähnelndes Hostel lag. Nach einer ersten Erkundungstour und erleichternd erschwinglichen Restaurantpreisen, trafen wir uns mit einer Estin, die letztes Jahr in Åmål als Freiwillige war und uns ins tallinnsche Nachtleben einführte.



Leider war uns der Sonnenschein nicht auch noch am Samstag vergönnt, so dass wir bei Schnee und eisigen Temperaturen die trotzdem interessante und von einem Studenten geführte Stadttour mitmachten. Die unmenschlichen Temperaturen zeigten leider Wirkung bei mir und ich wurde zum ersten Mal richtig krank und durfte die ganze nächste Woche danach im Bett verbringen.

Mein wirklich schlechtes Timing verhinderte fast, dass ich am nächsten Wochenende bei zwei geplanten Konzerten mitwirken konnte.

Das erste Konzert war eine Art Wettbewerb für junge Künstler aus den Bereichen Gesang, Instrumental, Tanz und kreativer Arbeit wie Gestaltung oder Malerei, der den Namen „junge Kultur trifft sich“ trägt.

Da mir aber die sehr große neue Herausforderung „Solo-Singen mit Mikrofon vor größerem Publikum“ ausreichte, nahm ich nur als Gast teil. Trotz großer Aufregung und leider immer noch etwas erkältet wagte ich mich an zwei Lieder auf Deutsch und Schwedisch. Ich selbst hatte vorgeschlagen, etwas von meinem absoluten deutschen Lieblingskünstler Philipp Poisel zu singen. Und da er meiner Meinung nach in „Wo fängt dein Himmel an?“ von seiner Liebe zu Schweden singt (Wie sieht der Himmel aus, der jetzt über dir steht? / Dort wo die Sonne im Sommer nicht untergeht. / Wo fängt dein Himmel an und wo hört er auf? / Wenn er weit genug reicht, macht dann das Meer zwischen uns nichts mehr aus? / Du fehlst mir…) fiel meine Wahl natürlich auf dieses durch Gitarre gut zu begleitende Lied.

Da ich im Moment aber in Schweden bin, fand ich den Gedanken schön, auch etwas auf Schwedisch zu singen – und was würde sich da besser anbieten als das Titellied „Gabriellas sång“ des Films „Wie im Himmel?“. Und da auch dieses Lied irgendwie vom Himmel handelt passten die beiden umso besser zusammen.

Ich war vor allem stolz, dass ich mich der Herausforderung gestellt hatte und froh, die Möglichkeit bekommen zu haben, meine Chorstimme auch mal als Solostimme unter Beweis zu stellen. Die Rückmeldungen waren zumindest durchweg positiv.

Der mit Proben vollgestopfte Tag ging nach dem ersten Konzert gleich mit der Generalprobe für das zweite Konzert an diesem Tag weiter. Das sollte ein akustisches Konzert nur mit Kerzenbeleuchtung werden, das in der „Earth Hour“, also in der Stunde stattfinden sollte, in der die ganze Welt zum Ausschalten jeglichen elektronischen Lichts und somit zum Gedenken an den Klimaschutz aufgefordert ist. Bei dieser romantischen Atmosphäre sollte ich auf meinem Cello mit Klavierbegleitung die Humoresque von Dvorak spielen und ein Lied aus „Phantom der Oper“ begleiten.

Das hätte ich auch gemacht, wäre nicht fünf Minuten vor dem Konzert ein Mädchen gegen mein Cello gerannt, hätte ich nicht Schreckliches vorausahnend mein Cello hochgenommen und festgestellt, dass die D-Saite heruntergegangen war, hätte ich nicht mein Cello, den Bogen und ein Stimmgerät geschnappt und wäre dann nicht mit klopfendem Herzen und leichter Panik aus dem schon mit wartendem Publikum fast vollbesetzten Konzertsaal gerannt und hätte dann draußen versucht, die Saite wieder hochzuziehen Und wäre die Saite dann nicht aus Altersgründen gerissen und hätte ich nicht zusammen mit Helfern voller Panik das ganze Gebäude mit angrenzender Musikschule nach einer Ersatzsaite abgesucht und hätte erfolgreich eine gefunden, dann hätte ich auch nicht noch während das Konzertes mit meiner Klavierbegleitung nochmals „Gabriellas sång“ geübt und hätte diesen dann nicht völlig gegen die Programmordnung diesmal ohne Mikro gesungen. Ja, wäre das alles nicht passiert…

Das musikalische Wochenende war jedoch noch nicht vorbei, denn am nächsten Tag folgte ein Chorkonzert von meinem und zwei anderen Chören aus der Region. Natürlich konnte ich nach all dem psychischen und physischen Stress des Vortags dort nun völlig entspannt Lieder in der altbekannten und wohligen Sicherheit des Chors mitsingen.

Auch das darauffolgende Wochenende war von viel Musik geprägt, diesmal fungierte ich aber nur als Zuschauer. Am Freitag besuchte ich mit Mareike, Kristin (eine andere Deutsche, die im Europa Direkt-Büro in Åmål arbeitet) und Adrienn (eine deutschsprachige Ungarin aus Åmål, die nun auch in Mellerud arbeitet) eine Gastaufführung der Göteborger Oper. Das moderne Tanzstück mit dem Namen „Zwischen den Zeilen“ war wirklich sehr modern und beinhaltete seltsame Tanzeinlagen wie das Auf-dem-Boden-Rollen der Protagonisten, aber auch sehr gute Livemusik.

Am Sonntag machte ich mich dann zusammen mit dem Personalklub Melleruds selbst zur Göteborger Oper auf, um in dem wunderschön am Hafen gelegenen modernen Gebäude das Musical „Sunset Boulevard“ von Andrew Lloyed Webber anzuschauen. Es erwartete uns ein typisches Musical in sehr guter Ausführung und mit im Ohr hängenbleibender Musik.

Neben all den schönen Freizeitbeschäftigungen arbeite ich sogar auch noch nebenher. Und im Moment gibt es sogar richtig viel zu tun, was einerseits stressig, aber andererseits um ein Vielfaches besser als Langeweile ist!

Da in meinem Arbeitsalltag ja keinesfalls Präsentationen fehlen dürfen, besuchte ich zusammen mit Sonia den örtlichen ROTARY-Klub, der im Gegensatz zu anderen Ländern nicht nur aus wohlhabenden Menschen eines gewissen Gesellschaftsstatus besteht, sondern Mitglieder aus verschiedenen Gesellschaftsschichten versammelt.

Auch in der Schule war ich mal wieder Gast und versuchte die eher desinteressierten und mit Möglichkeiten und Angeboten überhäuften schwedischen Jugendlichen vom Europäischen Freiwilligendienst zu überzeugen.

Vom Kindergarten bin ich jetzt zur Grundschule gewechselt, wo ich in einer Vorschulklasse und einer zweiten Klasse mit im Unterricht bin. Nach dem ersten sehr chaotischen Besuch, in dem ich von den Zweitklässlern mit ungefähr zweihundert Fragen wie „Wie viel wiegst du?“ „Was heißt das auf Deutsch“ „Und was heißt DAS auf Deutsch?“ gelöchert wurde, verbrachte ich den Nachmittag in der „fritid“ – also der in schwedischen üblichen Nachmittagsbetreuung in der Schule. Dort ging es dann sehr viel entspannter zu und da ich auch hier wieder mal keine Arbeitsanweisungen erhalten hatte, begnügte ich mich damit, mit den Kindern „Himmel und Hölle“ und Seilspringen zu spielen. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob es mir dort gut gefällt und ich muss die nächsten Male noch abwarten. Aber auf jeden Fall ist es eine Erfahrung mehr, die ich machen kann.

In meiner regulären Projektarbeit passiert im Moment eine Menge, da ich mit der Organisation einer Europawoche beschäftigt bin, die hier Mitte Mai stattfinden wird. Neben einem großen Europakonzert und mehreren Aktionen in den Schulen und Altersheimen, wird es auch Vorträge zum Freiwilligendienst und eine Ausstellung in der Bibliothek geben. Die meisten Ideen und deren Umsetzung kamen von mir und nachdem ich nun den Großteil der Ausführung an andere delegiert habe, liegt es an mir, die Übersicht und die Fäden in den Händen zu behalten. Ich bin schon sehr gespannt, wie alles nachher klappt und es liegt noch viel Arbeit vor mir. Aber es fühlt sich richtig gut an, die Fortschritte „meines“ Projekts zu sehen.

Ganz im europäischen bzw. internationalen Sinne nahm ich am Wochenende an der ersten und hoffentlich nicht letzten Grillparty dieses Jahres teil: mit vier Polen, einer Chinesin und zwei Schweden saßen wir gemütlich draußen und genossen während eines Spaziergangs zum Vänern die Natur.

Und während wir in der Abendstimmung durch den von Vogelgesängen und dem Duft von Tannennadeln durchdrungenen Wald liefen, hätte ich am Liebsten den „Frühlingsschrei“ ausgestoßen – so wie Ronja Räubertochter in ihrem Mattiswald mit den Wilddruden und Rumpelwichten und Graugnomen…

Mittlerweile weiß ich sogar, wie diese Waldbewohner auf Schwedisch heißen, weil ich mein erstes schwedisches Buch „Ronja Rövardotter“ nun erfolgreich beendet habe.

In den nächsten Wochen werde ich jedoch kaum Zeit für Buchlektüren haben, denn es stehen Besuche von zwei Freundinnen aus Deutschland über Ostern und von meiner Mama und Elisa für Mittsommer an, dazwischen reise ich selber nach Oslo, Helsinki, Brüssel und Schottland… Die noch übrigen drei Monate werden also wie im Flug vergehen und dann bin ich auch schon ganz bald wieder bei euch, ihr Lieben!

Fühlt euch umarmt und herzlichst gegrüßt!

Eure Jacqueline

Donnerstag, 24. Februar 2011

08.05 Jacqueline wagt den ersten Blick aus dem Fenster. Es sieht eigentlich aus wie immer. Schnee so weit das Auge reicht.

08.06 Der Blick aufs Thermometer lässt sie stutzen. Irgendwas ist anders als sonst.

08.07 Nach genauerer Begutachtung fällt ihr auf: die Thermometerangabe befindet sich nicht wie sonst zwischen 0° und -10° Grad. Diesmal liegt sie bei -16°.

08.08 Die Hoffnung auf Frühling wird mal wieder zerstört.


08.40 Auf dem Weg zur Arbeit zwitschern mehrere Vögel. Die Sonne scheint.


08.41 Jacqueline ist zum wiederholten Male von den Launen des schwedischen Wetters verwirrt.

Es scheint mir, als wären Jahrzehnte vergangen seit meinem letzten Blogeintrag. Auch „damals“ lag Schnee, auch damals war es lausigkalt.

Jedoch gibt es eindeutig einige große Unterschiede zum letzten Mal, denn viel ist zwischendurch passiert und es ist nun wirklich mal wieder an der Zeit, ein bisschen von meinem Leben hier zu berichten.

Wie die meisten von euch bestätigen können, verbrachte ich ein paar wirklich schöne Tage über Weihnachten und Silvester im trauten Deutschland.

Die Reise Richtung Heimat begann jedoch schon mit dem Besuch bei meiner Schwester Hanna in Paris ab, wo ich zum ersten Mal in den Genuss der „Weltstadt“ mit vielen ihrer Sehenswürdigkeiten kam. Leider war mir das Wetter nicht gerade vergönnt: Schneeregen, nasse Kälte und trübes Licht zeigten Paris nicht gerade in seinem schönsten Licht, wobei es trotzdem noch einen gewissen Charme ausstrahlte. Und ein eindeutiger Vorteil war, dass ich in Ruhe durch die Stadt und deren Straßen wandern konnte, ohne dass sie durch Millionen von Sommertouristen verstopft war und ich auch oft nicht sehr lange anstehen musste.

In Deutschland angekommen, versuchte ich mich dann an der scheinbar unmöglichen Aufgabe, alle mir lieben Menschen zu treffen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Kein Wunder also, dass die Tage wie im Flug vergangen und ich auf einmal wieder in Schweden war. Trotzdem genoss ich die Tage zuhause sehr: im eigenen Bett schlafen, durch die vertrauten Straßen Ulms laufen, ein Besuch im Ulmer Münster, viele gute Gespräche mit guten Freunden und natürlich gemeinsame Zeit mit meiner Familie an Weihnachten.

Mein „Akku“ wurde wieder aufgeladen und ich erhielt neue Energie für den zweiten Teil meines Freiwilligendienstes.

Der begann mit einer herzlichen Einladung meiner Mentorin Anette, die mich für drei Tage bei sich zuhause einquartierte, damit mir das Wiederankommen in Schweden leichter fiel.

Auch hieß es von jetzt an: nur noch Schwedisch! (und Englisch nur in ganz dringenden Notfällen.) Das war nämlich mein erster Vorsatz fürs neue Jahr. Bis auf wenige kleine Ausnahmen hab ich das bisher auch durchgezogen, obwohl es anfangs wirklich ungewohnt war. Denn ich verstand meistens alles und konnte auch zumindest Zustimmung bekunden, aber ich hatte Schwierigkeiten, mich gezielt und verständlich auszudrücken v.a. wenn es um Gefühle, Gedanken oder Diskussionen ging. Aber Übung macht den Meister…

Ich bin aber dankbar, dass ich alles im Allen nur wenige Probleme mit dem Schwedischen habe, was vor allem an der Ähnlichkeit zum Deutschen liegt.

Dadurch haben sich mir auch in meinem Projekt neue Türen aufgetan.

Denn wie auf ein Kommando hin hat sich dort plötzlich eine Menge getan. Meine Chefin Carina scheint wohl eingesehen zu haben, dass es so nicht weitergehen kann und sich im Bürgerbüro (dem eigentlichen Schauplatz meines Projekts) einfach nicht genug Arbeit findet. Daher bin ich sehr froh, berichten zu können, dass ich jetzt jeweils einen Tag in der Woche neue Arbeitsplätze habe.

Der erste ist ein Altersheim hier in Mellerud, in dem ich mit in der Hobby-Gruppe arbeite. Die Arbeit ist sehr entspannt und besteht hauptsächlich aus Kaffe trinken, über alte Zeiten reden, Handarbeiten, Kreuzworträtsel lösen und Fragen zu früheren Ereignissen stellen. Letzteres und „Gymnastik“ findet meistens in einer Abteilung statt, in der Demenzkranke wohnen. Man merkt es den meisten nicht direkt an, dass sie krank sind, sie scheinen wie ganz normale alte Menschen. Erst bei genauerem Hinschauen bemerkt man Auffälligkeiten. Als ich am ersten Tag dort mit vier netten älteren Menschen gemütlich zusammensaß und einfache Fragen stellte, meinte die süße alte Dame neben bei jeder Frage „Ich weiß es, zumindest kenn ich die Sache, die gesucht ist. Ich komm nur einfach nicht drauf, wie es heißt.“

Und bei der Gymnastik zeigte sich, dass auch alte Leute noch kindisch sein können. Sie machten sich über die eigentlich einfachen Übungen lustig, obwohl sie augenscheinlich Schwierigkeiten hatten, sie auszuführen und lachten die meiste Zeit.

Doch nicht nur die Demenzkranken, die ja oft die meiste Zeit in der Vergangenheit leben, auch die anderen alten Menschen überraschten mich beim „Boulespielen“ (mit weichen Stoffbällen drinnen) mit Freude am Leben und gegenseitigen Neckereien.

Natürlich sind nicht alle alten Menschen noch so fit und viele sind nicht mehr wirklich mental dabei. Es gibt wenig Abwechslung im Alltag des Altersheims und auch die Angestellten scheinen mir oft in der täglichen Routine zu vergessen, dass es eben auch diese schönen Momente gibt. Ich bin aber auf jeden Fall froh, dass ich in der Hobbytätigkeit mitarbeiten darf und auch da ich nur einmal in der Woche dort bin, besteht für mich glücklicherweise nicht so die Gefahr der Routine.

Kontrastprogramm und gleichzeitig Ähnlichkeiten finden sich im Kindergarten, in dem ich mit Kindern zwischen 2 und 5 Jahren in der „Peter Pan“- Gruppe arbeite. Vieles läuft dort glücklicherweise über nonverbale Kommunikation: Spiele, tanzen, basteln, lachen. Auch wenn ich die oft etwas vor sich hinmurmelnden Kinder nicht wirklich verstehe, wird es immer besser. In brenzligen Situationen stellt die Sprachbarriere aber eindeutig ein Hindernis dar. Ein Kind weint und du willst nachschauen. Du wirst von zehn Kindern empfangen, die dir alle erklären wollen, was vorgefallen ist. „Der hat den geschubst!“ Was jetzt stimmt und was nicht, ist leider nur schwer festzustellen. Und auch einem Kind klarmachen, dass es nicht in Ordnung ist, was es tut bzw. ein Kind ohne Worte trösten braucht gewisse Übung oder jedenfalls einen ausgereifteren Wortschatz. Meistens beschränke ich mich aber sowieso auf die angenehmeren Sachen und knete, puzzle, baue Lego, male Bilder… und manchmal machen die Kinder sogar mit :) Die allgemeine schwedische Arbeitseinstellung, die meist keinerlei Anweisungen sondern nur Selbstständigkeit vorsieht, ist auch hier anzufinden. Daher mach ich mal wieder, was ich denke. Die offene und vertrauensvolle Art der Kinder erleichterte mir aber eindeutig die Eingewöhnung und kleine Sachen wie das an der Hand genommen werden mit den Worten „Kom och leka med mig!“ (Komm und spiel mit mir!) oder die kurze, aber herzliche Umarmung zu meiner Verabschiedung eines kleinen Mädchens, das immer meine (zugegeben nicht sehr kreativen) selbstgemalten Bilder haben möchte.

Auf jeden Fall machen mir beide Tätigkeiten mit ihren jeweiligen Besonderheiten wirklich sehr Spaß und ich hab endlich das Gefühl, etwas Sinnvolleres zu tun als bisher.

Mir geht’s seit ich wieder hier bin auch fühlbar besser. Ich kann die Zeit endlich wirklich genießen und hab gelernt, mich mit den meisten Schwierigkeiten wie dem Alleinsein und der Dunkelheit zu arrangieren.

Eng damit verbunden ist aber auf jeden Fall auch, dass ich gerade sehr viel in der Weltgeschichte unterwegs bin.

Der Januar beinhaltete mehrere Wochenenden in Åmål sowie einen wunderschönen Abend mit allen Freiwilligen bei meiner Mentorin. Leckeres Essen, gemeinsame Zeit und Gespräche und als Krönung natürlich das schon obligatorische Bad im draußen gelegenen Whirlpool.

So war ich dann also für den Februar, meinen absoluten Reisemonat, gut gewappnet!

Begonnen hat er mit meinem Mid-term Training in Stockholm, bei dem ich einige neue nette Freiwillige kennen gelernt habe und schöne Tage verbrachte. Es war vor allem auch interessant zu hören, was alle bisher für Erfahrungen gemacht haben und wie die jeweiligen Projekte laufen. Beruhigend zu erfahren war auch, dass so gut wie alle große Probleme haben, junge schwedische Leute kennen zu lernen. Eigentlich nur einer der Freiwilligen, der in einem 500-Einwohner-Dorf gelandet ist, ist total integriert in das Gemeindeleben und kennt so gut wie alle.

Der Reisemarathon ging dann mit einem sehr kurzen Heimatbesuch weiter, da meine Mama einen runden Geburtstag zu feiern hatte, wo ich natürlich nicht fehlen durfte. Es war echt eine schöne Feier und der sehr lange Weg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Zwischen einem großen Teil meiner Familie und alten Freunden meiner Eltern, die ich auch teilweise schon Jahre nicht mehr gesehen habe, sehr leckerem Essen und Musikbeiträgen ließ es sich gut aushalten.

Das darauffolgende Wochenende setzte den Reigen fort. Denn da ging es mit den Freiwilligen aus Åmål - Mareike, Anna und Oliver – zur litauischen Hauptstadt Vilnius. Natürlich war es nur ein sehr kurzer Aufenthalt, doch ich genoss die Zeit zusammen sehr. Auch während Schneesturm und eisigen Temperaturen gefiel mir die Stadt wirklich gut. Gerade die großen Unterschiede zwischen sehr neuen, modernen Gebäuden und alten, scheinbar vergessenen Häusern aus den Zeiten des Kommunismus hatten einen großen Reiz. Auch konnte man wirklich sehen, dass man nicht mehr in Schweden oder Deutschland ist. Unterschiede fanden sich nämlich auch bezüglich der Menschen: Kleidung, Aussehen und Verhalten, mal abgesehen davon, dass sie eine Sprache sprechen, die ich noch nicht mal ansatzweise verstehe. Jedoch hatte ich einige sehr positive Begegnungen, die v.a. von der Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Menschen zeugen. Fragt man nach dem Weg, bekommt man nämlich nicht nur eine ungenaue, genervte Wegbeschreibung. Nein, die Hilfe wird einem von selber angeboten und dabei bleibt es nicht, denn man wird sogar noch mit bis zum Ziel begleitet, damit man es auch ja nicht verfehlt!

Auch ins bunte kulturelle Leben konnte ich einen kurzen Blick werfen, als ich mit Anna (die Freiwillige aus Polen) am Samstagabend in einer Bar plötzlich auf Livemusik stieß. Ich liebe ja sowieso Liveauftritte und die (wie sich später herausstellte) polnische Band war echt beeindruckend.

Auch jetzt sitze ich eigentlich schon wieder in den Startlöchern zu meiner nächsten Reise. Diesmal geht es wieder nach Deutschland, jedoch nicht in den vertrauten Süden, sondern nach Berlin! Ich begleite die Deutschklasse, bei der ich mithelfe, zu ihrer 4-tägigen Studienreise. Ich freue mich schon sehr darauf, da ich die Stadt mag - und wie der Zufall es so will ist meine Mama genau zur gleichen Zeit dort, so dass es noch einmal ein Familientreffen im ganz kleinen Rahmen geben wird.

Nun habe ich also schon mehr als die Hälfte meiner Zeit hier in Schweden verbracht und vieles ist passiert, ich habe gute und schlechte Erinnerungen und Erfahrungen gesammelt und mittlerweile kann ich sagen, dass es trotz anfänglicher großer Zweifel eine gute Entscheidung war, herzukommen. Daher freu ich mich auch sehr auf die Zeit, die noch vor mir liegt und bin gespannt, was ich in meinem allerletzten Blogeintrag schreiben werde…

Bis dahin ist aber natürlich noch eine Menge Zeit und ich werde euch auf dem Laufenden halten, so gut ich kann!

Alles Gute und einen hoffentlich baldigen Frühlingsanfang!

Jacqueline

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Vermummte Gestalten stapfen durch Schneeberge, die wie in der Wüste vom Wind aufgetürmt werden. Überhaupt ähnelt der Schneesturm draußen eher einem Sandsturm als dem Bild sanft fallenden Schnees. Der federleichte Pulverschnee ist eindeutig nicht dafür gedacht, liegen zu bleiben, daher lässt er sich von einer Schneewehe zur nächsten wehen, bis er letztendlich brutal von einer der Räumungsmaschinen auf einen Haufen gepresst wird, die teilweise schon meterhoch die Straßenränder säumen. Der Wind ist nicht nur eiskalt und kommt durch jede kleinste Ritze, er hat auch eine ungeheure Kraft, so dass er einen bei Gegenwind fast umwirft und so laut um die Hausecken heult, dass man Probleme mit dem Einschlafen haben kann.

Umso gemütlicher ist es dafür natürlich drinnen. Adventskerzen brennen auf dem Teller mit Schneemann und Weihnachtszwerg, der als Ersatz für den nicht zu findenden Adventskranz herhalten muss. Dafür erhellt meine kleine Wohnung ein typisch schwedischer Weihnachtsschmuck - ein hölzerner Kerzenhalter in Dreiecksform, der sieben Kunstlichter hält und mittlerweile ohne Ausnahme aus jedem Fenster in Mellerud leuchtet. Zwar musste ich auf den auch sehr häufig in den Fenstern hängenden Stern aus Budgetgründen verzichten, doch backen dafür in meinem kleinen Ofen „deutsche“ Plätzchen und füllen die Luft mit dem Duft der „Weihnachtsbäckerei“, die gleichzeitig auch als Ton erklingt. Rolf Zuckowski darf einfach nicht fehlen.
Obwohl sich die Vorweihnachtszeit hier wirklich genießen lässt, waren auch hier die letzten Wochen sehr ausgefüllt und stressig, daher blieb einfach keine Zeit, um einen neuen Bericht zu veröffentlichen.

Zwei Wochen dieser vergangenen Zeit standen allein unter dem Stern „Präsentationen“. Insgesamt fünf Präsentationen vor unterschiedlichstem Publikum standen auf dem Plan. Der Reigen begann mit einer Präsentation über Deutschland, die ich zusammen mit Mareike für eine Schule in Åmål vorbereitet hatte. Die mit Bildern und aufwendigem Musikmedley deutscher Künstler aufgepeppte Präsentation war für 13 bis 14jährige Schüler gedacht, die in vier Gruppen aufgeteilt nacheinander unserem Meisterwerk lauschten. Während wir daher viermal hintereinander das gleiche erzählten, durften die Schülergruppen in den anderen Räumen mehr über die Ukraine, Ungarn und Spanien erfahren, vorgetragen von den anderen Freiwilligen.

Präsentation der Ersten folgte Präsentation die Zweite. Diesmal gings für Mareike, Oliver und mich nach dreistündiger Fahrt in eine Stadt namens Varberg, die sich südlich von Göteborg an der Küste befindet. Dort sollten wir den Europäischen Freiwilligendienst an einer Hochschule vor ca. 60 Studenten vorstellen. Wir wussten vorher nicht wirklich, was uns erwarten würde und waren daher etwas aufgeregt.

Doch die Präsentation lief gut und ich bemerkte, dass mir das Präsentieren immer leichter fällt und ich mich durch kleine Patzer nicht mehr aus der Ruhe bringen lasse. Nach einem Mittagessen in der hervorragenden Mensa auf dem sehr neuen Campus hatten wir noch ungefähr fünf Stunden Zeit, um uns die Stadt ein wenig anzuschauen. Wir besuchten einen Markt im Zentrum und wanderten ein wenig durch die Straßen, der kleinen, aber schnuggeligen Stadt, die durch die Lage direkt an der Ostsee eindeutig ihren Reiz hat. Auch wenn es daher sehr windig und kalt war, besichtigten wir noch die Festung mit toller Aussicht aufs Meer, den Hafen und den im Sommer bestimmt sehr schönen Strand. Um uns aufzuwärmen, gingen wir ins „Blaue Café“, das wahrscheinlich nach der Farbe des Meeres im Sommer benannt ist. Wir haben es jedenfalls nur sehr grau gesehen. Es war ein schöner Tag, an dem wir uns sehr gut verstanden und noch mehr lachten.

Vor unserer Rückfahrt erstand ich noch einen Eiskratzer, da die Schweden manchmal echt komisch sind. Denn in dem Land mit Kälte, Eis und Schnee, findet man keinen Eiskratzer im Auto… Zurück in Åmål befreite ich dann aber mit meiner neuen Errungenschaft das Kommunenauto und brauste durch Dunkelheit zurück nach Mellerud.
Wenn ich Dunkelheit sage, dann meine ich eigentlich Schwärze. Denn man sieht ohne Licht wirklich absolut nichts! Mit unserer Dunkelheit lässt sich das nicht vergleichen, auch wenn es durch den Schnee nun nicht mehr ganz so extrem ist.

Präsentation die Dritte fand wiedermal in Åmål statt, diesmal im Rahmen des Youthpanels, einer Gruppe junger Leute aus Åmål, die sich einmal im Monat treffen, um über Themen Europa betreffend zu reden. Die Jugendlichen sollen so offener gegenüber anderen Ländern werden, so dass ein Vortrag über Deutschland da gut reinpasste. Kein Problem, da wir die Präsentation ja schon in der Tasche hatten. Außerdem sollte ich sowieso an dem Treffen teilnehmen, da wir planen, in Mellerud Ähnliches zu starten. Zusammen mit meiner Kollegin Charlotta werden wir eine Art Jugendrat starten, wo die Jugendlichen über Themen reden, die sie beschäftigen und so auch anfangen, sich zu engagieren. Wir hoffen nur, dass die Jugendlichen in Mellerud daran auch Interesse haben!
Präsentation die Vierte stand direkt am Tag drauf an, aber diesmal im trauten Mellerud, wieder an einer Schule. Ich hatte die anderen Freiwilligen angestiftet auch zu kommen, so dass die mir teilweise aus dem Deutschunterricht bekannten Schüler mehrere Länder kennen lernen durften.
Präsentation die Fünfte, zwei Tage später in einem kleinen Dorf nahe Åmål, diesmal allein, da Mareike krankheitsbedingt nicht mitkonnte. Die Schüler waren um die 12 Jahre alt, hatten aber trotzdem kaum Probleme meiner Präsentation in Englisch zu folgen. Ist schon beeindruckend, wie hoch das Englischlevel hier überall ist.
Das aber erstmal genug zu meiner Arbeit.

Widmen wir uns meiner Freizeit! Wie ihr ja alle wisst singe ich hier in einem Art Kirchenchor, wobei das „Art“ wirklich Groß geschrieben werden sollte! Denn das Konzert, das wir zweimal aufgeführt haben, ähnelte eher einer richtigen Show mit ausschließlich weltlichen Liedern von Künstlern wie Mariah Carey oder Bon Jovi, einem Disney-Medley und typischen schwedischen Weihnachtsliedern. Wir hatten pro Aufführung um die 800 Zuhörer, das Ganze war also wirklich groß aufgezogen. Der Chor wippte in roten Sister-Act-Kutten mit, die Solosänger performten in Kostümen von ABBA bis Michael Jackson. Trotz anstrengender 3,5 Stunden Aufführungsdauer hat es wirklich riesigen Spaß gemacht gerade mal diese andere Art von Musik aufzuführen und zum Erfahrungsschatz hinzuzufügen.

Die letzten zwei Wochen hatte ich Besuch von meiner Freundin Anna, den wir mit einem viertägigen Aufenthalt in Göteborg starteten. Ich besuchte diese wunderbare Stadt zum ersten Mal, die wirklich Eindruck bei mir hinterließ.
Wir entdeckten die Stadt durch Besuche in Museen, Restaurangs und Cafés, ausgiebigen Shoppingtouren und abendlichen Ausgehaktivitäten, die natürlich nicht fehlen dürfen! An einem Abend trafen wir uns mit meiner supernetten Arbeitskollegin Charlotta, die uns mit in eine Szenekneipe nahm. Dort lernten wir dann auch gleich mal den Schlagzeuger von der nicht ganz unbekannten Band „Peter, Björn and John“ kennen. Göteborg ist wirklich eine Stadt der Künstler, Musiker und kreativen Leute. Das zeigten uns auch Besuche im schnuggeligen Viertel „Haga“ und die Entdeckung des einfach sensationellen Cafés „Le Petit Café“. Dieser Ort ist einfach unglaublich und hat uns mit seinem Charme aus zusammengewürfelten alten Möbeln, liebevoller Deko, selbstgemachten Speisen zu wirklich günstigen Preisen und total netten Leuten einfach umgehauen.
Nur die Kälte lässt sich als negativer Aspekt unseres Aufenthalts nennen, da wir so meistens zu Aktivitäten drinnen gezwungen wurden. -13° und kälter hält man auf die Dauer nicht aus.

Die mutige Anna wagte sich dann in der Gefahr eines Kulturschocks mit mir ins kleine Mellerud, wo wir auch noch einige schöne und gefüllte Tage verbrachten. Wir besuchten zwei Konzerte, darunter ein „Lucia-Konzert“, das von der hiesigen Schule veranstaltet wurde. Zur Erklärung: Lucia ist hier in Schweden eine alte Tradition. Am 13. Dezember jedes Jahres zieht die vorher durch die Einwohner einer Kommune gewählte „Lucia“ (meist ein sehr hübsches Mädel um die 16 Jahre) mit Unterstützung durch die Stadt und singt an verschiedenen Orten. Dabei trägt sie einen Kranz mit Kerzen im Haar, der einerseits das Licht bringen soll (eigentlich fand dieser Zug früher am dunkelsten Tag des Jahres statt), aber leider auch schon vielen Mädels eine Kurzhaarfriseur beschert hat. Es sieht aber eindeutig sehr schön aus, wenn die in weiße Gewänder gehüllten Personen weihnachtliche Lieder singen und dabei Kerzen tragen.
Anna kam nicht nur in den Genuss eines kleinen Auftritts meines Chors in einem Altenheim sondern genauso wie ich auch eines abendlichen Bads im draußen gelegenen Whirlpools meiner Tutorin Anette, die uns zu leckerem Essen und interessanten Gesprächen eingeladen hatte. So machten wir also auch einen Abstecher ins Paradies. Stell dir Folgendes vor: es schneit und es ist stockdunkel, und du sitzt im wohlig warmen Whirlpool mit bunten Lichtern und wirst noch von verschiedenen Wasserstrahlen massiert. Da fehlen einem wirklich die Worte.
Sportlich waren Anna und ich aber auch, da wir uns eines Samstags nach „Hovfjället“ aufmachten, einem Skigebiet ca. drei Stunden entfernt von hier. Jacqueline und Ski-Fahren? „Moment mal“ - denkt ihr euch vielleicht. Und das dachte ich mir anfangs auch, als ich auf dem Hintern den Berg hinabrutschte. Doch meine Erfahrungen als 5-jährige auf rosa Disney-Skiern hatten sich anscheinend dann doch ausgezahlt! Denn nach einiger Zeit fand ich heraus, wie man Kurven fährt und noch besser: zu bremsen! Es hat dann sogar richtig Spaß gemacht! Zugegeben hatte ich auch sehr nette Hilfe von Sarah, der Nichte meiner Chefin Carina, die uns begleitet hat. Auch Mareike war dabei und so verbrachten wir vier Mädels einen wirklich schönen und lustigen Tag, der mir neben Muskelkater vom Skifahren auch welchen vom Lachen brachte.

Ich sitze mittlerweile schon in den Startlöchern. Anna ist heute Morgen gefahren und ich bin schon fleißig am Packen und Aufräumen, denn übermorgen geht’s los nach Paris zu meiner Schwester Hanna! Sie macht dort grade ihre Auslandsemester und so nutze ich die Chance dort auch endlich mal hinzukommen! Ich freu mich schon sehr darauf und hoffe, dass mich mein eingerostetes Französisch nicht im Stich lässt. Lustigerweise fallen mir im Moment nämlich immer nur schwedische Wörter ein, wenn ich Französisch sprechen will.
Meinem Schwedisch geht’s also bestens. Ich hatte in den letzten Tagen zwei nationale Tests, die ich voraussichtlich auch bestanden habe. Ich habe mir vorgenommen ab dem neuen Jahr kein Englisch mehr zu sprechen, jedenfalls nur noch im Notfall. Sonst wird das mit dem perfekten Schwedisch-Lernen etwas schwierig. Einen guten Vorsatz fürs Neue Jahr hab ich also schon :)

Ihr Lieben, bald bin ich bei euch und ich freu mich riesig darauf! An alle, die ich leider nicht sehen kann, sei es aus Zeitmangel oder wegen Ortsprobleme: ich wünsche euch besinnliche Weihnachten, ein frohes Fest und einen hoffentlich feucht-fröhlichen Rutsch ins Neue Jahr!

Alles Liebe für euch!
Eure Jacqueline